Wunderwerk Schokolade

Was ist Schokolade?

Das Ver­hältnis zwischen Mensch und Schokolade ist ja be­kanntlich etwas, nun ja, sagen wir ambi­valent. Wir lieben Schoko­lade, be­lohnen uns mit ihr, schieben uns ver­stohlen das nun wirklich allerallerletzte Stückchen in den Mund - und greifen kurze Zeit später doch wieder zu.

War Schokolade nicht auch sowieso gesund? Wenigstens ein ganz kleines bisschen? Und waren da nicht auch irgend­welche Stoffe im Kakao, die süchtig machen und uns quasi gar keine andere Wahl lassen? Naja, und selbst wenn nicht. Die Angst vorm Zahn­arzt und die Sorgen um die gute alte Bikini- oder Bade­hosen­figur sind bei der Aussicht auf einen kleinen Mo­ment zart­schmelzenden Genusses sowieso schnell vergessen.

Inhaltstoffe Schokolade

Doch was genau macht Schokolade für uns eigentlich so derartig un­wider­stehlich? Ist es der einzigartige Geschmack? Die un­ver­wechsel­bare Textur? Die Tatsache, dass man Schokolade mit so ziemlich allem Ess­baren kombinieren kann? Oder ist es einfach der Reiz des "Ver­botenen" oder zu­mindest der des schlechten Gewissens?


Ich per­sönlich war früher ja eigentlich eher der Frucht­gummi­fan, bis ich eines Tages am Schmelzen einer Tafel Schokolade komplett scheiterte. Was eigentlich die Ecken eines sehr be­kannten Nuss­gebäcks verzieren sollte, wurde stunden­lang nicht fest. Nicht einmal der Kühl­schrank half. Und als es dann endlich so weit war und ich das Back­werk in Dosen packen konnte, breitete sich auf der Oberfläche der Schokolade ein in seiner Symmetrie fast schon wieder schöner Teppich gräulicher Kristall­blumen aus. Was war passiert???

 

Die Wissen­schaftlerin in mir war ge­weckt und geriet be­geistert immer tiefer in die faszinierende Welt der wohl komplexesten Ko­produktion von Natur und Mensch: Der Schokolade. Und jetzt, tja, jetzt liebe ich sie. Schon allein, weil mir bewusst geworden ist, was da hinter der unscheinbaren Ober­fläche unseres Genuss - oder sollte ich besser sagen Sucht­mittels? - Nummer Eins so alles spannendes vor sich geht.

 

Und genau das möchte ich hier mit meiner neuen Reihe Wunder­werk Schokolade mit euch teilen. Los geht es mit der gar nicht mal so banalen Frage, was Schokolade eigentlich ist.

Was ist Schokolade eigentlich?

Chemisch und zugegebenermaßen etwas nüchtern betrachtet ist Schokolade eine Art erstarrte Suspension. Das bedeutet, sie besteht aus winzig kleinen Kakao- und Zuckerpartikeln, fein verteilt in einer je nach Temperatur mehr oder weniger flüssigen Komponente, der Kakaobutter. Das klingt erst einmal recht simpel, oder? Und doch ist Schokolade so ziemlich alles, nur nicht simpel.

 

Zwar benötigt man für eine klassische dunkle Schokolade im Grunde genommen nur drei Zutaten, nämlich Kakao, Kakaobutter und Zucker, doch alle drei haben es wahrlich in sich. Und nicht nur das. Neben der Qualität der Rohstoffe spielt bei der Schokoladenherstellung das Wie, Was, Wann und Wie lange eine wichtige, um nicht zu sagen die entscheidende Rolle.

Schokolade ist eine Suspension

 Viel Fingerspitzengefühl, Erfahrung und Perfektion ist nötig, um am Ende ein Produkt zu schaffen, das wegen seiner einzigartigen Kombination aus zartschmelzender Textur und unverwechselbarem Geschmack damals so wie heute das Genuss- oder sollte ich besser sagen Suchtmittel? - Nummer eins ist.

Inhaltsstoffe Schokolade

Eine bittere Bohne wird zum köstlichen Glücklichmacher

Zu Beginn eines jeden Schokoladengenusses steht der Kakaobaum, dessen botanischer Name Theobroma cacao (von griechisch theos 'Gott' und broma, 'Speise') bereits Großes verspricht. Er gedeiht in feuchtwarmen Regionen wie Westafrika, Südostasien und Südamerika und in seinen je nach Art zeppelin- bis melonenförmigen Früchten reifen, ummantelt von weißem süßlich-klebrigem Fruchtfleisch, etwa 30-60 noch sehr helle, vor allem aber ungenießbare Samen - die Kakaobohnen.

Von diesem Rohstoff aus ist es jedoch noch ein weiter Weg, bis endlich ein Stückchen des weltbekannten Glücklichmachers auf unserer Zunge zergeht. Und damit meine ich nicht nur die vielen tausend Kilometer, die die unscheinbaren Bohnen auf dem Weg in die Schokoladenfabriken und Manufakturen dieser Welt zurücklegen müssen. Nein, eine ganz bestimmte, von Chemikern, Ingenieuren und Chocolatiers in jahrhundertelanger Feinarbeit ausgetüftelte Abfolge an Verarbeitungsschritten ist nötig, um aus der bitteren Bohne zartschmelzende und wohlschmeckende Schokolade zu machen.

 

Dazu mehr gibt's nächte Woche hier!

Theobroma cacao Kakaobaum Kakaoschoten

Comments: 1
  • #1

    U. Alder (Sunday, 19 March 2017 17:45)

    Hallo Nikola, sehr interessant, deine Ausführungen zur Schokolade. Habe ich gerne gelesen. Freue mich schon auf mehr...
    Liebe Grüße