Teil 2: Der Traum vom eigenen Buch

Zu Beginn meines letzten Blogeintrags war ich mit dem Studium fertig und etwas planlos auf der Suche nach einer zündenden Idee für meine Zukunft. Am Ende war ich zumindest einen kleinen Schritt weiter: Ich hatte beschlossen, ein Buch zu schreiben. Oder besser gesagt: Ich wollte es wenigstens versuchen.

Traum eigenes Buch schreiben

Meine Vorstellung von einem Leben als Autorin war schon immer eher romantischer Natur. Ausgeschlafen an traumhaften Orten sitzen (am besten irgendwo am Meer), sich von der Welt inspirieren lassen und bei einem kühlen Bierchen bis tief in die Nacht hinein schreiben. Herrlich. Und ich war mit dieser natürlich hoffnungslos naiven Fantasie nicht alleine. Weshalb sonst würden etwa 80 % aller Menschen im Laufe ihres Lebens gerne einmal ein Buch schreiben? Zumindest hatte ich das irgendwo gelesen. Aber: Nur ein Bruchteil davon zieht dieses Vorhaben wirklich durch. Würde ich dazu gehören? Und falls ja:

 

Was wäre, wenn kein Mensch mein Buch las?

Was wäre, wenn kein Mensch mein Buch las?

An dieser Stelle könnte man nun wunderbar Weisheiten wie „Wer nicht spielt, hat schon verloren“ hervorholen, aber das möchte ich eigentlich nicht. Obwohl. Doch. Denn da ist ja durchaus etwas dran. Irgendwann im vergangenen Jahr musste ich mir nämlich einmal anhören: „So etwas kann man nur machen, wenn man wirklich gut ist.“ Ach was! Und woher sollte ich wissen, ob ich gut bin oder nicht? Vor allem, wenn ich es gar nicht erst versuche? Im schlimmsten Fall würde ich eben ein bisschen meiner Zeit und einen (hoffentlich nicht allzu großen) Teil meines Egos verlieren. Und so ein Ego lässt sich schließlich wieder aufbauen.

 

Mir selber hatte ich die Sache inzwischen sowieso schon richtig schmackhaft gemacht und war bereit, loszulegen. Doch wie geht man so ein Projekt eigentlich an? Ein Plan musste her. Worüber ich schreiben wollte, war durch meine süßen Wissenschaften immerhin schon halbwegs klar: Was genau geht in Desserts, Gebäck und sonstigen Süßspeisen eigentlich vor sich und warum werden sie so zubereitet, wie sie zubereitet werden? Ich dachte da an - Überraschung! - interessante und für nicht-Wissenschaftler gut verständliche Texte, ansprechende Fotos, erklärende Illustrationen und vielleicht sogar essbare Experimente. Was noch fehlte, waren die genauen Themen und ein roter Faden. Doch zuerst einmal musste ich herausfinden, was man beim Schreiben eines Buches so alles beachten musste.

Auf eigene Faust oder ganz klassisch mit Verlag?

Zahlreiche Foren und Webseiten zum Thema später war ich nicht nur schlauer, sondern auch ziemlich ernüchtert. Ich hatte es zwar schon geahnt, doch die meiste Zeit gekonnt verdrängt: Kein einziger Verlag wartete darauf, dass ich ein Manuskript einreiche. Auch ohne mich erscheinen jedes Jahr um die 90 000 neue Werke auf dem deutschen Buchmarkt. Ein Lichtblick: Ein Buch, wie ich es mir vorstellte, gab es bisher immerhin noch nicht.

 

Nach kurzem Schlucken, ein oder zwei Tafeln Schokolade und einer Portion Selbstmotivation fasste ich erst einmal zusammen: Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten, sein eigenes Buch an den Leser zu bringen. Entweder man findet alleine oder mit Hilfe einer Agentur einen Verlag, oder man muss das Geschriebene auf eigene Faust veröffentlichen - sofern man nach zahlreichen Absagen in Form von „toll geschrieben, passt jedoch nicht in unser Programm“ noch den Mut dazu aufbringt.

 

Ohne Verlag gibt es verschiedene Möglichkeiten: Man kann sein Werk zum Beispiel ausschließlich in elektronischer Form im Netz vertreiben oder von speziellen print-on-demand Anbietern nur so viele Bücher drucken lassen, wie auch tatsächlich bestellt werden. Ganz unten findet ihr übrigens eine Liste mit nützlichen Links zum Thema eigenes Buch veröffentlichen.

Vergleich klassischer Verlag und self publishing

Nur online veröffentlichen? Nichts für mich

Doch abgesehen davon, dass man beim sogenannten Self-publishing viel mehr beachten muss als man zunächst denkt - jedenfalls dann, wenn jemand das Buch hinterher auch wirklich lesen soll - gab es für mich mindestens zwei Haken.

 

Erstens: Ich wollte mein Werk unbedingt in gedruckter Form den Händen halten. Ich habe eReadern eine Chance gegeben. Wirklich. Aber nicht sehen zu können, wie viel vom Buch man noch vor sich hat? Digitale Prozentanzeigen zählen nicht! Die Seiten nicht selber umblättern, zerknicken, vollkrümeln oder ins Badewasser tunken zu können? Das ist absolut nichts für mich. Auch dann nicht, wenn ich dank dieser tollen Technik 1000 Bücher gleichzeitig mit mir herumtragen könnte.

 

Haken Nummer zwei: In meinem Kopf war mit der Zeit eine immer genauere Vorstellung davon entstanden, wie mein Buch später aussehen sollte. Großformatige Fotos, zahlreiche Illustrationen und eine Gestaltung, die Lust aufs Durchblättern macht. So etwas eigenverantwortlich zu drucken ist wegen des aufwändigen Layouts nicht nur ziemlich schwierig, sondern dazu auch noch sehr teuer.

Das Buch muss zum Verlag passen, der Verlag zum Buch

Ein Verlag muss zum Buch passen - den richtigen Verlag finden

Nein, ein Verlag musste her. Doch wie kommt man an einen heran? Bei meiner Recherche bin ich immer wieder folgendem Ratschlag begegnet: Ein Buch muss zu einem Verlag passen, ein Verlag zu einem Buch. Wenigstens so gut wie möglich. Ein Verlag, in dem ausschließlich Krimis oder Romane erscheinen, wird ganz bestimmt kein Sachbuch drucken.

 

Um einen thematisch passenden Verlag zu finden, genügt meist ein kurzer Blick ins Verlagsprogramm. In meinem Falle hieß das: Bebilderte Sachbücher? Kreatives Arbeiten? Gerne zum Thema Backen, Kochen oder mit naturwissenschaftlichem Einschlag? Ab auf die Liste damit! Am Ende blieben bei mir 20 Verlage übrig. Und bei fast allen war es recht einfach, ein Manuskript einzureichen. Der Haken: Häufig war zu lesen, dass es wegen der großen Anzahl eingereichter Buchvorschläge gut und gerne 3-6 Monate dauern konnte, bis man eine Rückmeldung erhielt. Nicht besonders motivierend.

Jahrelang einschließen, ein Buch schreiben und es dann niemandem zeigen?

Und vor allem: Muss man ein Sachbuch erst komplett fertig schreiben, bevor man sich damit irgendwo bewerben kann? Denn eins wollte ich auf gar keinen Fall: Mich jahrelang in meiner Wohnung einschließen, an einem vermeintlich großartigen Manuskript für ein noch großartigeres Buch feilen, das dann schlussendlich aber kein Mensch lesen würde. Entweder, weil ich mich nach der ganzen hineingesteckten Arbeit nicht getraut hätte, es jemandem zu zeigen, oder, weil niemand mein Werk veröffentlichen wollte.

Wie hebt man das eigene Manuskript hervor?

Nein, ein Probekapitel musste für die Bewerbung genügen. Wenn ein Verlag Interesse an meinem Konzept hätte, könnte ich den Rest ja immer noch schreiben. Und wenn nicht, dann würde sich der Schaden für mein Ego immerhin in Grenzen halten.

 

Damit meine Leseprobe später aus den meterhohen Stapeln an Einsendungen etwas hervorstechen würde, wollte ich sie möglichst ansprechend gestalten. Ein gutes Layout hat zudem noch folgenden Vorteil: In dieser herausgeputzten Form, kann man Freunde und Familie viel besser dazu bringen, das Geschriebene Probe zu lesen. Auf mich persönlich wirken 25 DinA4 Seiten Blocktext nämlich erst einmal ziemlich abschreckend.

 

So weit so gut. Doch wovon sollte mein Probekapitel überhaupt handeln? Am besten wäre ein Thema, das möglichst viele Menschen interessiert. Wie wäre es also mit Schokolade? Gibt es irgendjemanden da draußen, der keine Schokolade mag? Eben. Noch dazu begegnet uns diese zartschmelzende Köstlichkeit so gut wie jeden Tag: Auf Kuchen oder Plätzchen, als Getränk, in Tafel- , Pralinen- oder Hasenform. Und trotzdem, bzw. genau deswegen nehmen wir Schokolade kaum noch als das faszinierende Wunderwerk wahr, das sie eigentlich ist. Höchste Zeit, das zu ändern!

 

Warum ich so meine Probleme damit hatte, Schokolade zu fotografieren, weshalb das Schmelzen von Schokolade gelernt sein will und wie man selber ganz einfach Zeichnungen digitalisieren kann, das gibt es alles im nächsten Beitrag.

Nützliche Links zum Thema eigenes Buch veröffentlichen

Tipps zum Thema Sachbuch schreiben

https://www.die-schreibtrainerin.de/sachbuch-schreiben/

 

Wie veröffentlicht man sein Buch?

https://www.die-schreibtrainerin.de/buch-veroeffentlichen/

 

Wie findet man den richtigen Verlag? Und braucht man überhaupt noch einen?

http://www.literaturcafe.de/wie-finde-ich-den-richtigen-verlag/

 

Übersicht Self-Publishing

http://www.selfpublisherbibel.de/infografik-was-sie-ueber-das-self-publishing-von-ebooks-wissen-muessen-die-grundlagen/

 

Pro und kontra klassischer Verlag und Self-Publishing (auf Englisch)

https://www.thecreativepenn.com/self-publishing-vs-traditional/

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